Pflege

Grundhaltung pflegerischen Handelns ist ein persönlicher, achtsamer und würdevoller Umgang mit jedem einzelnen Schüler.

Grundlage pflegerischen Handeln ist die Wahrnehmung menschlicher Bedürfnisse und Notwendigkeiten, insbesondere bei Erfüllung der täglichen Aktivitäten des Lebens, wie z.B. Essen und Trinken, Toilettengang, Hände waschen, Zähne putzen, Bewegung und Lagerung, An- und Auskleiden.
Pflegerische Tätigkeiten bestehen in der Übernahme, Anleitung, Einübung oder Hilfestellung bei der Durchführung dieser Aktivitäten.

Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen eines jeden Schülers in motorischen, kognitiven, emotionalen oder anderen Bereichen gehen wir auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten individuell ein und fördern die Entwicklung zur Selbstständigkeit.

Diese Individualisierung unserer Angebote setzt enge Absprachen und gut aufeinander abgestimmtes, gemeinsames Handeln im Pflege- und Schulteam voraus.
Mit den Eltern, den Heimen, den Therapeuten und anderen betreuenden Personen wird ein enger Kontakt angestrebt, um inner- und außerschulische Pflege fachgerecht abzustimmen.
Auf diesem Weg lernen wir die Schüler mit ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und Gewohnheiten kennen und können darauf aufbauend pflegerische Arbeiten im Team planen sowie dokumentieren.

Pflege: Umsetzung als Teamarbeit

Entsprechend unseres ganzheitlichen Ansatzes werden pflegerische Aufgaben vom gesamten Klassenteam wahrgenommen. Sowohl die Lehrkräfte einer Klasse als auch FSJler, BFDler und Integrationshelfer sind als feste Bezugspersonen für die pflegerischen Bedürfnisse der Schüler mitverantwortlich. Dabei werden sie von einer erfahrenen Kinderpflegerin und einer Kinderkrankenschwester fachlich und anleitend begleitet. Regelmäßige Besprechungen zur Evaluation und Weiterentwicklung dieser gemeinsamen Arbeit finden im Rahmen der Teamzeit statt.

Pflegerische Tätigkeiten sind somit eng verknüpft mit der Leitidee unserer schulischen Arbeit: „Gemeinsam (Vorgebirgs-)Schule machen“.

Pflege: Entwicklung von Standards

Grundsätzlich achten wir darauf, dass die pflegerische Versorgung unserer Schüler mit Empathie und Respekt, in ruhiger Atmosphäre und einem ausreichenden Zeitrahmen geschieht.  Weiterhin müssen moderne hygienische und sicherheitstechnische Standards berücksichtigt und entsprechende Bestimmungen eingehalten werden.

Wegen des jährlichen Wechsels der Unterstützungskräfte (FSJler, BFDler, Schulbegleiter sowie Integrationshelfern) die im Alltag einen wichtigen Teil der pflegerische Tätigkeiten übernehmen, ist es wichtig, eine gleichbleibend gute Qualität in der Pflege zu gewährleisten.

Dazu gehören auch genaue, regelmäßige Absprachen mit den betreuenden Ärzten und Therapeuten sowie eine daraus resultierende Pflegeplanung und -dokumentation.

Für bestimmte pflegerische und medizinisch-pflegerische Abläufe und Tätigkeiten und ihre Einbettung in den Unterricht und den Schulalltag entwickeln wir Standards.

Standards sind beispielsweise erforderlich für:

  • den Umgang mit Medikamenten und Verordnungen
  • die Verabreichung von Sondennahrung
  • die Sicherstellung von Gesundheits- und Hygienemaßgaben bei pflegerischen Abläufen (z.B. „Heben und Tragen“, Reinigung oder Desinfektion von Pflegeräumen)
  • Vorgehen bei der Alltagshygiene (u.a. Zähneputzen, Nagelpflege)
  • Abläufe bei Gesundheitsstörungen z.B. durch Läusebefall oder ansteckenden Erkrankungen
  • Konzeption und Ausgestaltung eines Raumes für „Erste Hilfe“ oder akute Erkrankungen
  • Teilnahme und Aufgaben bei Klassenfahrten
  • Einbeziehung außerschulischer Ansprechpersonen (Heime, Eltern, Ärzte)

Pflege: wann und wo?

Grundsätzlich ist jede pflegerische Tätigkeit in den normalen Tages- bzw. Unterrichtsablauf eingebettet. Dabei müssen Gruppen- und Einzelsituationen gemeinsam geplant und abgestimmt werden.
Grundsätzlich unterscheiden wir:

  • festgelegte Schulzeiten wie z.B. das Anreichen der Nahrung zu den gemeinsamen Mahlzeiten
  • verbindliche, im Stundenplan festgelegte Unterrichtsangebote, beispielsweise Arbeitsgemeinschaften oder individuelle Angebote (z. B. Entspannungsbäder)
  • flexible Maßnahmen, die von akuten, individuellen Bedürfnissen einzelner Schüler bestimmt werden.

Die räumlichen Voraussetzungen für eine angemessene Pflege sind gegeben: Uns stehen ein Pflege- und Erste-Hilfe-Raum, zwei Pflegeräume für Jungen und zwei Pflegeräume für Mädchen mit einem modernen, behinderungsgerechten Pflegebad zur Verfügung. Bei der Einrichtung haben wir auf ein helles, freundliches Ambiente geachtet, aber auch auf eine moderne Ausstattung, die hygienischen Aspekten und Sicherheitsanforderungen entspricht.

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